History

 

 

 

 

           
        wir über uns

        Kontakt

        Partner

        Impressum
 

 

 grosse Pfingstfahrt über den Hausruck

25. Mai 1980 : Erster Einsatz in Österreich

Was nach dem Willen der Deutschen Bundesbahn nach wie vor nicht möglich sein soll, begeisterte Pfingsten 1980 ungezählte Eisenbahnfreunde im benachbarten Österreich: Die Fahrt einer grossen Dampflokomotive auf Staatsbahngleisen.

Ein von der “Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte” veranstalteter Sonderzug Salzburg - Attnang Puchheim - Schärding - Attnang Puchheim, der im Abschnitt Salzburg - Attnang Puchheim vom letzten österreichischen Krokodil (1189.05) befördert wurde, hatte auf der landschaftlich reizvollen Hausruckstrecke Attnagn-Puchheim - Ried - Schärding und zurück die
41 018 als Zugpferd.

Mit der ölgefeuerten Lokomotive wurden den ins benachbarte Ausland emigrierten Maschine eine weitere hinzugestellt.
So gab die 41 018, in frischer Lackierung glänzend, am Pfingstsonntag 1980 ihr Debüt auf österreichischen Staatsbahngleisen.
Der mit 450 Fahrgästen total ausverkaufte Zug wurde entlang der Wegstrecke von vielen autofahrenden Fotografen begeistert, deren Tätigkeit durch herrliches Frühlingswetter begünstigt wurde. Aber auch die Fahrgäste kamen auf ihre Kosten: mehrere Fotohalte, vorbereitet an ausgesuchten Plätzen, bescherte ihnen ebenso schöne Bilder.

In Ried/Innkreis wurde auf Hin- und Rückfahrt Wasser genommen, das von der örtlichen Feuerwehr gerne bereitgestellt wurde. Die Ergänzung der Brennstoffvorräte oder die Behandlung des Feuerbettes fallen dank der modernen Ölfeuerung weg und begünstigen so den reibungslosen Ablauf einer Sonderfahrt mit einem betriebsfähigen Fahrzeug.
Auf dem steigungsreichen Abschnitt zwischen  Attnang-Puchheim und Ried, der ausgedehnten Neigung bis 18 Promill aufweist, konnte die 41 018 zum ersten Mal seit fast vier Jahren wieder zeigen was in ihr steckt. Die 300 Tonnen Anhängelast wurden auf der langen 18 Promill Rampe vor Holzleiten genau, mit 40 km/h befördert, die die Belastungstafel hierfür vorsieht, wobei allerdings eine erhebliche Leistungsreserve nicht ausgefahren wurde.

Ein eindrucksvolles Beispiel ihrer Verdampfungsfreudigkeit vermittelte die 41 018 auf der Rückfahrt in der 18 Promill-Rampe von Ried nach Hausruck : durch fehlerhafte Übermittlung der Abfahrtszeit in Ried nach 45-minütiger Pause hatte es der Heizer versäumt, die Brenner rechtzeitig zu zünden. So begann die Abfahrt in die unmittelbar hinter dem Bahnhof liegende Rampe mit ganzen 12,5 bar im Kessel!
Dies wurde nicht unbedingt als ermutigend empfunden, denn auch bei ölgefeuerten Lokomotiven kann entgegen landläufiger Meinung der Kesseldruck keineswegs nach Belieben durch Betätigung des Ölschiebers  “nach oben gejagt” werden. Ist der Druck einmal zu weit gesunken, so bleibt das Kesseldruckmanometer bei grosser Lokanstrengung  meist bis auf weiters, d.h. bis zum nächsten Halt oder einem weniger schwierigen Streckenstück, im unfreundlichen Bereich.
Doch die 41 018 liess sich auch in dieser Situation nichts nachsagen : auf den 15 Steigungskilometer war trotz weit ausgelegter Steuerung  und vollem Schieberkastendruck die rote Marke am Kesselmanometer bald wieder erreicht.

So kamen die zum Teil von weit her angereisten Eisenbahnfreunde am Tag dieser ersten österreichischen 41er-Sonderfahrt sowohl optisch als auch akustisch voll auf ihre Kosten.
Gegen Abend wurde Attnang-Puchheim wieder erreicht, wo die 41 018 abspannte und in den zur Heimat gewordenen Schuppen der Zugförderstelle zurückkehrte.

Texte aus einer Dokumentation : 41 018 von München nach Linz
von Steffen Lüdeck
e

nach oben10 zurück

 

  
      1978 Erding

      1979 Neubiberg
 
      1980 Hausruck

      07. September 1980

      15. Februar 1981

      11. Oktober 1981