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Die Gemeinde Neubiberg, unmittelbar vor den Toren Münchens gelegen, erlebte am 21. und 22. Juli 1979 eine DB-Veranstaltung, die grosses Aufsehen erregte.
Zwischen dem S-Bahnhof und dem Bundeswehrfliegerhorst verkehrt ein Dampf-Pendelzug, bestehend aus der historischen Wagengarnitur des “Bayerischen Localbahn Vereins e.V.” die an den Zugenden mit Lok 7 der Tegernseebahn AG und 41 018 bespannt war.
Anlässlich des 75-jährigen Jubiläum der Strecke München - Aying hatte die Generalvertretung Süd der DB München eine ähnliche Grossveranstaltung wie ein Jahr zuvor in Erding organisiert, deren Rahmenprogramm eine Fahrzeugschau (u.a. Baureihe 116 und 403), einen Biergarten , Blasmusik, Bücherstände, eine Modellbahnschau, ein Sonderpostamt und Verlosungen umfasste.
Am Freitagnachmittag, dem 20.7.1979 war die 41 018 von 116 009-2 (die LZ aus Freilassing gekommen war) aus ihrem heimatlichen Schuppen München-Ost nach Neubiberg gebracht worden, wo Lok 7 der TAG vor der BLV-Garnitur schon Dampf machte.
Nach umfangreichen Rangiermanövern auf dem sehr begrenzten Gleisfeld konnten die Heizkupplungen der beiden Dampflokomotiven verbunden werden und mit dem Anheizvorgang begonnen werden. Bekanntlich benötigen ölgefeuerte Lokomotiven beim Anheizen für den Betrieb ihrer Brenner eine Fremddampfquelle, bis der eigenen Kessel rund 5 bar erreicht hat.
Gegen Abend wurde die gesamte Garnitur in den Fliegerhorst Neubiberg gefahren, wo sie wohl die beste nur erdenkliche Bewachung erfuhr.
Lange vor Beginn der Dampfzugfahrten am Samstag, dem 21.7.1979, hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden, die die aussergewöhnliche Zugkomposition aus allen nur möglichen Perspektiven fotografierten.
Hier sei ein Wort zur Zugzusammenstellung angemerkt : Wie schon in Erding war auch in Neubiberg ein Fahrzeugpark im Einsatz, der vom Standpunkt des anspruchsvollen Eisenbahnfreundes nicht akzeptabel war. Herkunft und eigentliche Bestimmung differieren bei der Mehrzahl des rollenden Materials so stark, dass mancher gestrenge Eisenbahngelehrte nur die Stirn runzelte. Das jedoch dererlei formale Einwendungen im dampflosen Zeitalter keine Berechtigung mehr haben können, beweisen die Fahrgastzahlen des Neubiberger Wochenendes.
Insgesamt wurden über 8.000 zahlende Passagiere gezählt. Der Andrang auf der meist zu 130 % besetzten Züge nahm mitunter derartige Formen an, dass vom 30 auf den 20 Minuten-Takt übergegangen werden musste. Zu verdanken sind die Neubiberger Tage vor allen Dingen der DB-Generalvertretung München-Süd, dem Bahnhofchef von Neubiberg, der auch im grössten Trubel stets kühlen Kopf bewahrte und für den reibungslosen und sicheren Ablauf der Veranstaltung sorgte, und nicht zuletzt dem Flughafenkommandanten des Bundeswehr- fliegerhorstes Neubiberg, der durch die Genehmigung zur Einfahrt in den Flugplatz grünes Licht für den Dampfzug gab
Nach zwei erfolgreichen Betriebstagen wurde der BLV-Zug wieder zum Tegernsee gebracht. Die 41 018 ging im Schlepp von 116 009-2 zurück in Bw München-Ost (eine der letzten Leistungen der 116 und damit der gesamten Baureihe). Auf dem Weg dorthin wurde die durch die Triebwerkslampen hell erleuchtete Lokomotive von zahlreichen Menschen der nächtlichen Münchner Vororte bestaunt und Begrüsst, was das Lokpersonal mit langgezogenem Pfeifen beantwortete. Den auf dem Führerstand Versammelten war angesichts des Kesseldruckmanometers, das immer noch 12 bar anzeigte, recht wehmütig ums Herz, hätte man doch mit eigener Kraft fahren können.
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